OPHION Lagerungsalgorithmus: Patient, Eingriff, OP-Methode, OP-Tisch und Module, Ausgangsposition, Lagerungsart und Sicherheitskontrolle.




OPHION · Lagerungsalgorithmus

Ausgangsposition auf dem OP-Tisch

Rückenlage ist nicht gleich Rückenlage. Die Ausgangsposition wird an Patient, OP-Gebiet, Zugangsweg, Anästhesie, Bildgebung und technische Anforderungen angepasst.

Was bedeutet Ausgangsposition? Die Ausgangsposition beschreibt, wo und wie der Patient auf dem OP-Tisch liegt, bevor die weitere eingriffsspezifische Lagerung erfolgt. Sie wird nicht schematisch gewählt, sondern aus OP-Gebiet, Operationsmethode, benötigtem Zugang, Anästhesie und Technik abgeleitet.
OP-Gebiet Zugang Technik Anästhesie Ausgangsposition
01 · Längsposition

Wo liegt das OP-Gebiet?

← kranial · kopfwärts

Kopf · Hals · Thorax

Bei Eingriffen in der Kopf-, Hals- oder Thoraxregion wird der Patient entsprechend der benötigten Arbeitszone eher kranial ausgerichtet.

Kopf und Atemweg bleiben soweit möglich gut für die Anästhesie erreichbar.
mittig · variabel

Abdomen

Bei abdominalen Eingriffen bleibt der Patient möglichst in einer funktionellen Ausgangsposition und wird nur so weit verschoben, wie OP-Zugang und Technik es verlangen.

Bei C-Bogen oder anderer Bildgebung muss der benötigte Bewegungs- und Projektionsraum frei bleiben.
kaudal · steiss-/fusswärts →

Unterbauch · Becken · Beine

Bei Eingriffen an Unterbauch, Becken, Hüfte, Perineum oder unteren Extremitäten kann eine weiter kaudale Position erforderlich sein.

Gesäss und Sakrum müssen dabei sicher auf der Gesässplatte unterstützt bleiben.
Grundregel: Anästhesiezugang nicht unnötig erschweren

Wenn der Eingriff keine andere Position verlangt, bleibt der Kopf möglichst am Kopfende und für die Anästhesie gut erreichbar. Nach gesichertem Atemweg kann eine notwendige Umlagerung oder Verschiebung erfolgen.

02 · Seitenposition

Muss das OP-Gebiet näher an den Tischrand?

Patient gezielt nach links oder rechts positionieren

Benötigt der Eingriff einen seitlichen Zugang, wird die operative Körperregion möglichst nahe an den entsprechenden Tischrand gebracht – ohne die Stabilität oder Patientensicherheit zu beeinträchtigen.

Hand / Arm Schulter Thorax / Drainage Hüfte
Wichtig bei kaudaler Position

„Gesäss am Ende der Gesässplatte“ bedeutet nicht, dass Sakrum oder Steissbein ungeschützt über einem Plattenübergang oder Spalt liegen dürfen. Die Auflage muss stabil und flächig bleiben.

Bildgebung mitdenken

C-Bogen und Bildgebung beeinflussen die Patientenposition

Bei bildgestützten Eingriffen wird die Ausgangsposition so gewählt, dass das relevante OP-Gebiet erreichbar bleibt und der C-Bogen genügend Bewegungs-, Projektions- und Arbeitsraum erhält. Das gilt beispielsweise bei abdominalen, Becken-, Hüft- und Extremitäteneingriffen.

OPHION · Ergebnis
Längsposition Seitenposition Technik Anästhesie passende Ausgangsposition

Merksatz: Den Patienten nicht automatisch mittig lagern. Er wird nur so weit in Längs- oder Seitenrichtung verschoben, wie es OP-Zugang, Anästhesie, Bildgebung, Technik und Patientensicherheit tatsächlich erfordern.

OPHION · Lagerungsalgorithmus

Passende Lagerungsart wählen

Erst nachdem Patient, Eingriff, Zugang, Technik und Ausgangsposition geklärt sind, wird die geeignete OP-Lagerungsart gewählt.

Was bedeutet „passende Lagerungsart“? Die Lagerungsart beschreibt die grundsätzliche Position des Patienten während des Eingriffs. Sie wird aus den zuvor analysierten Anforderungen abgeleitet und anschließend individuell angepasst.
Die Lagerungsart ist das Ergebnis – nicht der erste Schritt. Unterschiedliche operative Anforderungen führen zu unterschiedlichen Lagerungsarten.
Patient → Eingriff → Anforderungen → Tisch & Technik → Ausgangsposition → Lagerungsart
OP-Lagerungsarten

Welche Lagerungsart erfüllt die Anforderungen?

Gleicher Name – nicht automatisch gleicher Aufbau.

Auch innerhalb derselben Lagerungsart können sich Ausgangsposition, Tischkonfiguration, Lagerungshilfen, Sicherung und technische Anforderungen unterscheiden.

Die konkrete Variante bleibt individuell.

Patient, OP-Gebiet, Zugang, Anästhesie, Bildgebung und OP-Technik bestimmen gemeinsam die endgültige Ausführung.

OPHION · Entscheidung
Patient + Eingriff + Zugang + Technik + Ausgangsposition = passende Lagerungsart

Merksatz: Nicht die Lagerungsart bestimmt den Eingriff – der Eingriff bestimmt die Lagerungsart.

Nach oben scrollen