OP-Lagerungsarten · French-Position · Split-Leg Position

French-Position im OP – Split-Leg-Lagerung mit getrennten Beinen

Die French-Position im OP, auch als Split-Leg Position bezeichnet, ist eine Variante der Rückenlage im OP . Die Beine werden getrennt, grundsätzlich gestreckt und auf separaten Beinplatten beziehungsweise Split-Leg-Segmenten vollständig unterstützt. Dadurch entsteht zwischen den Beinen zusätzlicher Arbeitsraum für Operateur, Assistenz oder technische Systeme. Entscheidend sind eine patientengerechte Hüftabduktion, vollständige Unterstützung beider Beine, sichere Beckenposition, Schutz von Druckstellen und Nerven, achsgerechte Fussposition sowie eine stabile Gesamtlagerung.

French-Position im OP – kurz erklärt

Der Patient bleibt in Rückenlage. Beide Beine werden auf getrennten Beinplatten seitlich voneinander positioniert und über ihre Länge unterstützt. Die Beine bleiben grundsätzlich gestreckt und werden nicht wie bei der Steinschnittlage in angehobenen Beinstützen gelagert. Die Spreizung wird nur so weit gewählt, wie es der operative Zugang und die individuelle Beweglichkeit erlauben.

French-Position im OP mit getrennten gestreckten Beinen auf separaten Beinplatten – Split-Leg Position und OPHION Patientenlagerung
OPHION · French-Position

French-Position visuell verstehen

Das Bild zeigt die OPHION-Grundform der French-Position: Rückenlage, getrennte Beinplatten, gestreckte und abduzierte Beine sowie freier zentraler Arbeitsraum. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Patient, Eingriff, benötigtem Zugang, OP-Tisch, Beinplatten, Herstellerangaben und lokalem Standard.

00 · Vorbereitung

French-Position beginnt mit der Planung

Vor der Lagerung müssen Eingriff, benötigter Arbeitsraum, individuelle Beweglichkeit, Hüft- und Kniegelenke, vorhandene Prothesen sowie die konkrete Tischkonfiguration bekannt sein. Auswahl und Konfiguration von OP-Tisch, Beinplatten und Lagerungshilfen gehören deshalb bereits zur Vorbereitung.

Eingriff → Arbeitsraum → Beweglichkeit → Tisch konfigurieren → Becken positionieren → Beine unterstützen → kontrolliert abduzieren → Druck + Zug prüfen → OP-Zugang
1
Zugang verstehen Wo sollen Operateur, Assistenz oder Technik positioniert werden?
2
Beweglichkeit beurteilen Hüften, Knie, Prothesen, Kontrakturen und bekannte Einschränkungen berücksichtigen.
3
Tisch vorbereiten Separate Beinplatten beziehungsweise Split-Leg-Segmente passend konfigurieren.
4
Risiken vorausdenken Abduktion, Druck, Nervenzug, Gelenkstellung, Rutschen und geplante Tischneigung berücksichtigen.
01 · Definition

Was ist die French-Position im OP?

Rückenlage bleibt die Basis

Kopf, Rumpf und Becken befinden sich grundsätzlich in Rückenlage. Die Veränderung betrifft die unteren Extremitäten: Die Beine werden getrennt, auf separaten Beinplatten unterstützt und kontrolliert nach lateral abduziert. Dadurch entsteht ein zentraler Arbeitsraum zwischen den Beinen.

02 · Grundlogik

Von der Rückenlage zur French-Position

Die French-Position entsteht nicht durch Beinhochlagerung, sondern durch eine Änderung der Tischkonfiguration und kontrollierte seitliche Trennung der unteren Extremitäten.

RL → Split-Leg → French
Rückenlage Kopf, Rumpf und Becken stabil ausrichten.
Beinsegmente trennen Separate Beinplatten beziehungsweise Split-Leg-Konfiguration herstellen.
Beine abduzieren Beide Beine vollständig unterstützt nur so weit seitlich führen wie notwendig.
French-Position Beine gestreckt und getrennt – zentraler Arbeitsraum frei.

Arbeitsraum schaffen – Extremstellung vermeiden

Die Beinspreizung dient dem operativen beziehungsweise technischen Zugang. Sie wird deshalb nicht maximal, sondern nur so weit wie tatsächlich erforderlich ausgeführt.

Beine vollständig tragen Beide Extremitäten über die vorhandenen Beinsegmente sicher unterstützen.
Abduktion begrenzen Nur den benötigten zentralen Arbeitsraum herstellen.
Patientengerecht lagern Beweglichkeit, Gelenke und individuelle Einschränkungen haben Vorrang vor optischer Symmetrie.
vollständig unterstützen → kontrolliert abduzieren → Gelenke + Nerven schützen → Arbeitsraum prüfen
03 · Becken · Sakrum · Tischposition

Becken passend zum Übergang der Beinplatten positionieren

In der OPHION-Grundform wird der Patient entsprechend der verwendeten Split-Leg-Tischkonfiguration kaudal positioniert, damit die Beine anatomisch sinnvoll auf die getrennten Beinplatten übergehen. Dabei gilt: Das Sakrum muss sicher unterstützt bleiben und darf nicht auf einer harten Modulkante aufliegen.

Becken / Sakrum

  • Becken zentral und ohne Rotation ausrichten.
  • Längsposition an OP-Zugang und Beinplattengeometrie anpassen.
  • Sakrum vollständig und druckverteilend unterstützen.
  • Keine harte Segmentkante direkt unter Sakrum oder Gesäss.
  • Falten, Kabel und harte Gegenstände entfernen.

Beinplatten

  • Linke und rechte Beinplatte separat konfigurieren.
  • Beide Beine über ihre erforderliche Länge unterstützen.
  • Übergänge unter Oberschenkel und Knie auf harte Kanten kontrollieren.
  • Beide Seiten entsprechend Patient und Tischsystem ausrichten.
  • Belastungsgrenzen und Herstellerangaben beachten.

Füsse

  • Sprunggelenke möglichst neutral ausrichten.
  • Fersen und dorsalen Fuss vor fokalem Druck schützen.
  • Fussstützen nur einsetzen, wenn sie zum verwendeten Tischsystem beziehungsweise Sicherungskonzept gehören.
  • Bei Fussstützen keine punktuelle Last auf Ferse oder Vorfuss erzeugen.

Oberkörper

  • Schutzprinzipien der Rückenlage anwenden.
  • Kopf möglichst neutral lagern.
  • Arme abhängig vom Eingriff sicher an- oder auslagern.
  • Ellenbogen, Hände, Leitungen und Zugänge kontrollieren.
04 · Beinposition

Gestreckt – getrennt – vollständig unterstützt

Die OPHION-Grundform der French-Position verwendet grundsätzlich gestreckte, voneinander getrennte Beine. Eine künstliche Hochlagerung wie bei der Steinschnittlage ist nicht Teil dieser Grundlogik. Die genaue Abduktion richtet sich nach Patient, operativem Zugang und Tischsystem.

Hüfte Abduktion nur soweit notwendig; forcierte Rotation vermeiden.
Knie Beinachse erhalten und harte Segmentkanten vermeiden.
Unterschenkel Flächig unterstützen und laterale Druckpunkte kontrollieren.
Füsse Möglichst neutral, druckarm und gegen unbeabsichtigtes Verrutschen geschützt.
Spreizung nicht maximieren

Grössere Beinabduktion schafft nicht automatisch einen besseren Zugang. Mit zunehmender Abduktion steigen potenziell Muskel-, Gelenk- und Nervenspannung. Besonders bei Hüftprothesen, eingeschränkter Beweglichkeit, Kontrakturen oder vorbestehenden Beschwerden muss die Position individuell begrenzt werden.

05 · Abgrenzung

French-Position ist nicht Steinschnittlage

French-Position

Rückenlage mit getrennten, grundsätzlich gestreckten und vollständig unterstützten Beinen auf separaten Beinplatten. Keine klassische Hochlagerung in Steinschnitt-Beinhaltern.

Steinschnittlage

Die unteren Extremitäten werden angehoben. Hüft- und Kniegelenke befinden sich in Flexion und die Beine werden in dafür vorgesehenen Beinhaltern getragen. Mehr unter Steinschnittlage im OP .

06 · Gefährdete Strukturen · OPHION-Schutzalgorithmus

Patientenschutz in der Split-Leg-Position

Gegenüber der normalen Rückenlage verändern sich vor allem Hüftstellung, Beinachse, Auflageflächen und die Kräfte bei zusätzlicher Tischneigung. Deshalb werden Druck, Abduktion, Rotation, Nervenzug, Fixierungen und Rutschkräfte systematisch kontrolliert.

Haut Druck · Reibung · Scherung · Feuchtigkeit
Muskeln Abduktion · Dehnung · Spannung
Nerven Druck · Zug · Überdehnung
Gefässe / Perfusion Kompression · Einschnürung · Lageeffekt
Gelenke Abduktion · Rotation · Fehlstellung
Der OPHION-Schutzalgorithmus
1
ERKENNEN Welche Struktur ist gefährdet? Haut, Muskel, Nerv, Gefäss oder Gelenk?
2
EINORDNEN Welcher Mechanismus wirkt? Druck, Zug, Abduktion, Rotation, Scherung oder Einschnürung?
3
SCHÜTZEN Welche Massnahme reduziert die Belastung? Spreizung reduzieren, Beinachse korrigieren, Druckpunkt entlasten, Polsterung optimieren oder Fixierung anpassen.
4
KONTROLLIEREN Bleibt die Schutzwirkung erhalten? Nach Tischverstellung und im Verlauf Druckstellen, Beinposition und Fixierung erneut prüfen.
Struktur → Mechanismus → Schutzmassnahme → Kontrolle
07 · Gefährdete Strukturen im Detail

French-Position von Kopf bis Fuss analysieren

Zusätzlich zu den klassischen Risiken der Rückenlage werden insbesondere Becken, Hüftgelenke, mediale Oberschenkelstrukturen, Beinplatten, Fibulaköpfchen, Fersen, Füsse und Fixierungen kontrolliert.

Gefährdete Strukturen, Mechanismen und Schutzmassnahmen bei der French-Position im OP
Struktur / Region Gefährdet Gefahrenmechanismus Schutzmassnahme Wirkprinzip
Hinterkopf / HWS Haut HWS Langanhaltender Druck oder unnötige Flexion, Extension beziehungsweise Rotation. Kopf druckverteilend und möglichst neutral lagern. Reduziert lokalen Druck und unnötige Belastung der HWS.
Schulter / Arme Plexus brachialis Schultergelenk Ungünstige Armabduktion, Zug oder lokale Kompression. Schutzprinzipien der Rückenlage anwenden und Arme vollständig unterstützen. Reduziert Zug und Druck auf Schultergürtel und Plexus brachialis.
Ellenbogen N. ulnaris Haut Direkter Druck am medialen Ellenbogen. Ellenbogen druckverteilend lagern. Reduziert Kompression des oberflächlich verlaufenden Nervs.
Sakrum / Gesäss Haut Weichteile Dauerhafter Druck, Scherkräfte oder harte Segmentkante. Sakrum vollständig unterstützen; Übergang der Tischsegmente kontrollieren. Flächige Auflage reduziert Druckspitzen und Scherung.
Hüftgelenke Gelenke Muskeln Zu grosse oder individuell nicht tolerierte Abduktion beziehungsweise Rotation. Nur notwendige Abduktion; individuelle Beweglichkeit berücksichtigen. Reduziert Belastung von Gelenkkapsel, Muskulatur und periartikulären Strukturen.
Mediale Hüfte / Adduktoren Muskeln N. obturatorius Zunehmende Abduktion erhöht die Spannung medialer Weichteile und kann den N. obturatorius mechanisch belasten. Abduktion nur so weit durchführen, wie Zugang und Beweglichkeit erfordern. Weniger Abduktion reduziert dauerhafte Zugspannung.
Proximaler Oberschenkel Haut Weichteile Harte Kante am Übergang zwischen Sitz- und Beinsegment. Übergang kontrollieren und fokale Kontaktpunkte vermeiden. Verhindert punktuelle Weichteilkompression.
Knie / Beinachse Gelenk Bänder Fehlrotation, seitliche Belastung oder erzwungene Achsabweichung. Hüfte, Knie und Fuss möglichst in einer funktionellen Beinachse ausrichten. Reduziert unnötige ligamentäre und artikuläre Belastung.
Kniekehle Gefässe Nerven Weichteile Segmentkante, Polster oder Fixierung erzeugt fokale Kompression. Kniekehle frei von hartem punktuellem Druck halten. Reduziert Kompression neurovaskulärer Strukturen.
Fibulaköpfchen / Fibulahals N. fibularis communis Direkter lateraler Druck durch Segmentkante, Polster, Gurt oder anderes Zubehör. Fibulaköpfchen und Fibulahals konsequent vor fokalem Druck schützen. Verhindert Kompression des dort oberflächlich verlaufenden Nervs.
Wade / Unterschenkel Haut Muskeln Gefässe Lokaler Druck oder einschnürende Fixierung. Unterschenkel flächig unterstützen und Gurte nicht einschnürend anlegen. Reduziert Weichteilkompression und vermeidbare Beeinträchtigung der Perfusion.
Fersen Haut Weichteile Langanhaltender Druck auf kleiner knöcherner Auflagefläche. Fersen gezielt polstern beziehungsweise entlasten. Reduziert kontinuierliche lokale Gewebebelastung.
Fuss / Sprunggelenk Gelenk Haut Forcierte Rotation, ungünstige Fussstellung oder fokaler Druck durch Sicherungselement. Füsse möglichst neutral und druckarm ausrichten. Reduziert Gelenkbelastung und Druckspitzen.
Fussstützen – falls verwendet Ferse Fuss Weichteile Bei Rutschkräften kann sich Last punktuell auf die Füsse übertragen. Fussstütze grossflächig einstellen und nicht als alleinige punktuelle Rutschsicherung verwenden. Verteilt Kräfte und reduziert fokale Druckbelastung.
Fixierungen Haut Nerven Gefässe Zu hohe Spannung oder schmale Kontaktfläche. Sicher, breit und nicht einschnürend fixieren. Stabilisiert ohne unnötige lokale Kompression.
Gesamter Patient bei Kopf-hoch-Neigung Haut Scherung Druckstellen Die Schwerkraft erhöht die Rutschtendenz in Richtung Fussende. Antirutschsystem, geeignete Fixierung und sämtliche Kontaktstellen nach der Neigung erneut prüfen. Reduziert Rutschen, Scherkräfte und sekundäre Druckspitzen.
08 · French-Position-Logik

Vier Punkte definieren die sichere Grundposition

1 · Split-Leg Getrennte Beinplatten statt angehobener Steinschnitt-Beinhalter.
2 · Vollständige Unterstützung Keine Extremität darf unkontrolliert frei hängen.
3 · Abduktion Nur so weit, wie für den Arbeitsraum notwendig.
4 · Verlaufskontrolle Nach Tischverstellung und bei längeren Eingriffen Lagerung erneut kontrollieren.
Patientengerecht ist wichtiger als optisch symmetrisch

Beide Beine sollen funktionell vergleichbar und stabil positioniert sein. Eine optisch perfekte Symmetrie darf aber niemals dazu führen, eine eingeschränkte Hüfte oder ein vorgeschädigtes Gelenk in eine unphysiologische Position zu zwingen. Individuelle Anatomie und Beweglichkeit haben Vorrang.

09 · Oberkörper

Für Kopf und Arme gelten weiterhin die Prinzipien der Rückenlage

French verändert primär die Position der unteren Extremitäten. Kopf, Schultergürtel, Arme, Ellenbogen, Rücken und Sakrum werden weiterhin nach den Schutzprinzipien der Rückenlage im OP beurteilt.

Kopf Möglichst neutral, stabil und druckarm.
Schulter / Arme Keine unnötige Abduktion, Traktion oder harte Kontaktstelle.
Ellenbogen N. ulnaris konsequent vor fokalem Druck schützen.
Sakrum Druck, Scherung, Falten und Segmentübergang kontrollieren.
10 · Tischneigung

French-Position und Anti-Trendelenburg getrennt betrachten

Die French-Position definiert primär die getrennte Beinposition. Eine zusätzliche Kopf-hoch-Neigung ist eine separate Modifikation und wird abhängig vom Eingriff eingesetzt. Dadurch verändern sich Schwerkraft, Rutschtendenz, Scherkräfte und Belastung der Sicherungssysteme. Mehr dazu unter Schwerkraft & Druck bei der OP-Lagerung .

Möglicher operativer Nutzen

Bei ausgewählten Oberbauch- oder bariatrischen Eingriffen kann eine Kopf-hoch-Neigung die Schwerkraft nutzen, um mobile abdominale Strukturen nach kaudal zu verlagern.

Neue Sicherheitslogik

Je stärker die Kopf-hoch-Neigung, desto wichtiger werden Antirutschkonzept, Fixierungen, Beckenposition, Scherkräfte und alle Kontaktstellen an den unteren Extremitäten.

Fussstützen nicht mit „Körpergewicht abfangen“ verwechseln

Wenn das verwendete System Fussstützen vorsieht, können diese Teil des Sicherungskonzeptes sein. Sie sollen jedoch keine fokale Last auf Ferse, Vorfuss oder Sprunggelenk erzeugen. Die primäre Rutschsicherung erfolgt entsprechend OP-Tisch, Herstellerangaben und lokalem Lagerungsstandard.

11 · Einsatzgebiete

Wann wird die French-Position verwendet?

Die French-Position wird insbesondere dann gewählt, wenn der Raum zwischen den Beinen funktionell für Operateur, Assistenz oder technische Systeme genutzt werden soll. Die konkrete Anwendung hängt vom Eingriff und lokalen Setup ab.

Laparoskopische Chirurgie Bei ausgewählten abdominalen minimalinvasiven Eingriffen.
Bariatrische Chirurgie Abhängig von Verfahren, Tischkonfiguration und Teamposition.
Oberbauchchirurgie Bei ausgewählten Eingriffen mit zentraler Standposition zwischen den Beinen.
Kolorektale Chirurgie Je nach Technik, Zugang und Operationsphase.
Robotische Chirurgie Abhängig von Robotersystem, Docking und benötigtem Geräteraum.
Weitere Eingriffe Entscheidend ist der funktionelle Nutzen der getrennten Beinposition.
12 · Endkontrolle

OPHION French-Position-Check

Nicht nur die Beinspreizung, sondern der gesamte Patient wird nach der endgültigen Positionierung systematisch kontrolliert.

Kopf → Arme → Sakrum → Becken → Hüfte links → Hüfte rechts → Knie → Fibulaköpfchen → Fersen → Füsse → Fixierungen → Tischneigung → OP-Zugang
Becken / Sakrum Stabil, vollständig unterstützt und ohne harte Segmentkante?
Hüften Abduktion nur soweit notwendig und individuell tolerierbar?
Beine Vollständig unterstützt und ohne unnötige Rotation?
Knie Achsgerecht und ohne fokale Kante in der Kniekehle?
Fibulaköpfchen N. fibularis communis frei von seitlichem Druck?
Fersen / Füsse Druckarm und möglichst neutral positioniert?
Sicherung Stabil, aber nicht einschnürend oder punktuell belastend?
OP-Zugang Genügend Raum ohne unnötig grosse Beinabduktion?

OPHION-Merksatz:

Rückenlage → Becken positionieren → separate Beinplatten → Beine vollständig unterstützen → kontrolliert abduzieren → Spreizung nur soweit nötig → Hüften + Knie + Fibulaköpfchen kontrollieren → Fersen + Füsse prüfen → Sicherung kontrollieren → OP-Zugang → Verlaufskontrolle

Der Kern der French-Position ist nicht: „Beine möglichst weit auseinander“ , sondern: den notwendigen zentralen Arbeitsraum schaffen, während beide Beine vollständig, stabil und möglichst physiologisch unterstützt bleiben.

OPHION Patientenschutz
1
ERKENNEN Welche anatomische Struktur ist gefährdet?
2
EINORDNEN Druck, Zug, Abduktion, Rotation oder Scherung?
3
SCHÜTZEN Spreizung, Beinachse, Auflage, Polsterung oder Fixierung anpassen.
4
KONTROLLIEREN Nach Positionierung, Tischverstellung und im Verlauf erneut prüfen.
Fachliche Grundlage

Weiterbildung, OP-Praxis und Fachliteratur

OPHION verbindet strukturierte Fachweiterbildung, langjährige praktische Erfahrung in der Operationslagerung und die fortlaufende Kontrolle anhand von Fachliteratur, medizinischen Referenzwerken, Herstellerangaben und institutionellen Standards.

Fachkurs Operationslagerung Aus- und Weiterbildung im Bereich Operationslagerung bei HOCH Health Ostschweiz / Kantonsspital St.Gallen, Standort St.Gallen.
Praktische OP-Erfahrung Rund 7 Jahre intensive praktische Tätigkeit im Operationsbereich eines Kantonsspitals mit Schwerpunkt Patientenlagerung, OP-Tischtechnik und perioperative Abläufe.
Quellen & Kontrolle Primär eigene Schulungs- und Fachunterlagen zur Operationslagerung; ergänzende Plausibilitätskontrolle mit aktueller Fachliteratur, AMBOSS, Herstellerinformationen sowie lokalen Standards und SOPs.

Häufige Fragen zur French-Position im OP

Was ist die French-Position?

Die French-Position ist eine Variante der Rückenlage, bei der beide Beine getrennt und auf separaten Beinplatten beziehungsweise Split-Leg-Segmenten unterstützt werden. Dadurch entsteht ein Arbeitsraum zwischen den Beinen.

Ist die French-Position eine Steinschnittlage?

Nein. In der OPHION-Grundform bleiben die Beine in der French-Position grundsätzlich gestreckt und auf Beinplatten unterstützt. In der Steinschnittlage werden die Beine angehoben und Hüft- und Kniegelenke deutlich flektiert.

Werden die Beine in der French-Position angehoben?

Nicht wie bei der Steinschnittlage. Die grundlegende Split-Leg-Logik besteht darin, die Beine voneinander zu trennen und auf geeigneten Beinsegmenten zu unterstützen. Zusätzliche Tischmodifikationen hängen vom Eingriff und verwendeten System ab.

Wie weit werden die Beine abduziert?

Es gibt keinen universellen Winkel, der bei allen Patienten und Eingriffen angewendet werden sollte. Die Abduktion wird nur so weit gewählt, wie der operative beziehungsweise technische Zugang erfordert und die individuelle Beweglichkeit erlaubt.

Welche Nerven sind bei French besonders zu beachten?

Ein spezifisches Risiko entsteht insbesondere dort, wo Nerven durch Druck oder zunehmende Abduktion belastet werden können. Relevant sind unter anderem der N. fibularis communis am Fibulaköpfchen sowie bei ausgeprägter Abduktion die medialen Strukturen einschließlich des N. obturatorius. Für die oberen Extremitäten gelten zusätzlich die Schutzprinzipien der Rückenlage.

Warum ist das Fibulaköpfchen wichtig?

Der N. fibularis communis verläuft am Fibulaköpfchen beziehungsweise Fibulahals sehr oberflächlich. Eine harte Segmentkante, Fixierung oder andere seitliche Kontaktstelle kann dort fokalen Druck erzeugen.

Warum müssen die Beine vollständig unterstützt sein?

Eine ausreichende Unterstützung verhindert, dass Eigengewicht unnötige Hebelkräfte auf Gelenke und Weichteile erzeugt. Gleichzeitig reduziert eine flächige Auflage lokale Druckspitzen.

Sind Fussstützen immer Bestandteil der French-Position?

Nein. Das hängt vom verwendeten OP-Tisch, Beinplattensystem, Eingriff und Sicherungskonzept ab. Wenn Fussstützen eingesetzt werden, müssen sie grossflächig und ohne fokalen Druck auf Fuss oder Ferse eingestellt werden.

Wird French mit Anti-Trendelenburg kombiniert?

Bei ausgewählten Eingriffen kann dies sinnvoll sein. Die Kopf-hoch-Neigung ist jedoch eine zusätzliche Tischmodifikation und gehört nicht zur Definition der French-Position selbst.

Warum muss die Lagerung intraoperativ erneut kontrolliert werden?

Tischbewegungen, Schwerkraft, Fixierungen und längere Operationsdauer können die ursprüngliche Druck- und Belastungssituation verändern. Deshalb werden relevante Kontaktstellen und die Stabilität der Position im Verlauf erneut beurteilt.

Was bedeutet der OPHION-Schutzalgorithmus?

ERKENNEN: gefährdete Struktur bestimmen. EINORDNEN: Belastungsmechanismus identifizieren. SCHÜTZEN: gezielte Lagerungsmassnahme wählen. KONTROLLIEREN: prüfen, ob die Schutzwirkung nach Positionsänderungen und im Operationsverlauf erhalten bleibt.

Fachlicher Hinweis: Diese Seite vermittelt die French-Position als strukturierte Grundlogik. Die konkrete Durchführung richtet sich nach Patient, Eingriff, OP-Tischsystem, Beinplatten, Lagerungshilfen, Anästhesie, Herstellerangaben sowie den geltenden lokalen Standards und SOPs. OPHION dient der Orientierung, Visualisierung und Wiederholung und ersetzt keine praktische Fachausbildung oder hausinterne Lagerungsanweisung.

Klare Algorithmen. Sicheres Handeln. French-Position · Split-Leg Position · Patientenschutz · OP-Lagerung Schweiz
Nach oben scrollen