Seitenlage im OP – sichere Lateral Position von Kopf bis Fuss
Die Seitenlage im OP, auch Lateral Position, gehört zu den grundlegenden OP-Lagerungsarten . Der Patient wird auf eine Körperseite gedreht, typischerweise annähernd 90°. Die Position ermöglicht insbesondere laterale, dorsolaterale und flankenseitige Zugänge. Entscheidend sind eine achsgerechte Kopf- und Rumpfposition, Entlastung der abhängigen Schulter, sichere Lagerung beider Arme, Schutz des Plexus brachialis, druckfreie Augen- und Ohrlagerung, Schutz des Fibulaköpfchens sowie eine konsequente Druckverteilung an der gesamten abhängigen Körperseite.
Der Patient liegt vollständig beziehungsweise annähernd vollständig auf einer Körperseite. Kopf und HWS werden achsgerecht unterstützt, beide Arme vollständig gelagert und die abhängige Schulter vor übermässigem Druck geschützt. Zwischen den unteren Extremitäten werden knöcherne Kontaktstellen getrennt. Besonders kontrolliert werden Auge, Ohr, Schulter/Plexus, Axillaregion, Ellenbogen, lateraler Thorax, Crista iliaca, Trochanter major, Knie, Fibulaköpfchen und Malleolen.
Seitenlage visuell verstehen
Die Abbildung zeigt eine vollständige laterale Patientenposition. Die konkrete Ausführung wird an Patient, Operationsseite, Operationsgebiet, Zugangsweg, Anästhesie, OP-Tisch und technische Anforderungen angepasst.
Sichere Seitenlage beginnt vor der Rotation
Vor der Umlagerung müssen Operationsseite, Zugangsweg, OP-Tisch-Konfiguration, Lagerungshilfen, Armauflagen, Fixierung, Bildgebung und patientenspezifische Einschränkungen geklärt sein. Die benötigten OP-Tische, Armauflagen, Seitenstützen und Lagerungshilfen werden vor der endgültigen Drehung vorbereitet.
Was ist die Seitenlage im OP?
Die abhängige Körperseite übernimmt den Hauptanteil der Auflage. Kopf, HWS, Schultergürtel, Thorax, Becken und Extremitäten werden so unterstützt, dass unnötige Seitneigung, Rotation, Torsion, Nervenzug und fokale Druckbelastung möglichst vermieden werden.
Von der Rückenlage zur vollständigen Seitenlage
Im OPHION-System wird die Seitenlage als zunehmende Rotation aus der Rückenlage über die Halbseitenlage dargestellt.
RL → Halb-SL → SL
Die Gradangaben dienen als didaktische Orientierung. Die tatsächliche Position richtet sich nach Patient, Eingriff und notwendigem Zugang.
0°
ca. 30° als Orientierung
annähernd 90°
Die Seitenlage beschreibt primär die Position des Patienten. Eine zusätzliche Tischflexion, Lateralkippung, Trendelenburg-/Antitrendelenburg-Neigung oder spezielle Nierenlagerung ist eine separate Modifikation. Dadurch verändern sich zusätzlich Schwerkraft, Lastverteilung und Scherkräfte .
Stabilisieren ohne lokale Druckspitzen
Der Patient muss gegen unkontrollierte Vor- und Rückrotation gesichert werden. Die Stabilisierung erfolgt möglichst flächig. Seitenstützen, Vakuummatratzen, Gurte oder andere Systeme dürfen weder Thorax noch Abdomen, Becken oder neurovaskuläre Strukturen punktuell komprimieren.
Thorax / Rumpf
- Wirbelsäule möglichst achsgerecht ausrichten.
- Unnötige Torsion zwischen Thorax und Becken vermeiden.
- Ventrale und dorsale Stabilisierung breit und gepolstert durchführen.
- Thorax und Abdomen nicht einschnüren.
- Beatmungsrelevante Thoraxbewegung nicht unnötig einschränken.
Becken
- Becken möglichst in Rumpfachse positionieren.
- Crista iliaca und Trochanterregion vor fokalem Druck schützen.
- Keine harte Stütze direkt auf knöcherne Prominenzen setzen.
- Gurte und Fixierungen sicher, aber nicht einschnürend anlegen.
Lateralen Zugang schaffen – Druckseite schützen
Die Seitenlage soll den gewünschten operativen Zugang ermöglichen, ohne unnötige Extremstellungen, Thoraxkompression, Nervenzug oder fokale Druckpunkte an der abhängigen Körperseite zu erzeugen.
Kopf und Halswirbelsäule achsgerecht unterstützen
In Seitenlage muss die Kopfauflage den Abstand zwischen Tischfläche und Kopf so ausgleichen, dass unnötige laterale Flexion oder Rotation der HWS vermieden wird. Gleichzeitig müssen das abhängige Auge, Ohr und alle Gesichtskontaktstellen vollständig druckfrei kontrolliert werden.
Abhängige Schulter entlasten und beide Arme vollständig unterstützen
Die abhängige Schulter und der Plexus brachialis gehören zu den besonders relevanten Strukturen in Seitenlage. Beide oberen Extremitäten müssen vollständig unterstützt werden. Unnötige Schulterabduktion, Traktion, Kompression und freie Hängepositionen werden vermieden.
Abhängiger / unterer Arm
- Arm ventral vor dem Körper auf gepolsterter Armauflage positionieren.
- Arm nicht unter Thorax oder Körper einklemmen.
- Schulterdruck und Plexuskompression vermeiden.
- Schulterabduktion möglichst unter 90° halten.
- Ellenbogen leicht flektieren und knöcherne Kontaktstellen polstern.
- Unterarm, Hand und Finger vollständig unterstützen.
- Kabel, Schläuche, Seitenschienen oder Tischteile dürfen keinen fokalen Druck erzeugen.
- Nach endgültiger Lagerung klinische Perfusion des Arms kontrollieren.
Nichtabhängiger / oberer Arm
- Vor dem Körper auf eigener gepolsterter Unterstützung positionieren.
- Arm nicht frei hängen lassen.
- Schulterabduktion möglichst unter 90° halten.
- Schultergürtel nicht nach kaudal oder dorsal ziehen.
- Ellenbogen, Unterarm, Hand und Finger vollständig unterstützen.
- Bei speziellen Eingriffen eingriffsspezifische Armposition und gegebenenfalls Traktion separat beurteilen.
Wenn eine Thorax- beziehungsweise sogenannte Axillarrolle erforderlich ist, wird sie unter der abhängigen oberen Thoraxhälfte kaudal der Axilla positioniert – nicht direkt in die Achselhöhle. Ziel ist, einen Teil des Körpergewichts vom abhängigen Schultergürtel aufzunehmen. Direkter Axillardruck kann Plexus brachialis sowie axilläre neurovaskuläre Strukturen komprimieren. Nach Positionierung müssen Schulterentlastung, Armperfusion und fehlender direkter Axillardruck kontrolliert werden.
Extremitäten stabil unterstützen und knöcherne Kontaktpunkte trennen
Die Stellung der Beine richtet sich nach Patient und Eingriff. Das abhängige Bein wird häufig leicht flektiert. Das obere Bein muss vollständig unterstützt werden, damit es weder unkontrolliert nach ventral absinkt noch Druck auf das untere Bein erzeugt. Knie, Fibulaköpfchen, Malleolen und weitere knöcherne Kontaktstellen dürfen nicht direkt gegeneinander liegen.
Patientenschutz bei asymmetrischer Druckbelastung
In Seitenlage verlagert sich ein grosser Teil des Körpergewichts auf die abhängige Körperseite. Besonders zu beurteilen sind fokaler Druck, Nervenzug, neurovaskuläre Kompression, Gelenkstellung, Scherung und Stabilität.
Seitenlage von Kopf bis Fuss analysieren
Nicht jede Struktur ist bei jedem Patienten gleich gefährdet. Risiko und Schutzmassnahmen hängen von Anatomie, Operationsdauer, Körpergewicht, Begleiterkrankungen, verwendeten Lagerungshilfen und konkreter Seitenlage ab.
| Struktur / Region | Gefährdet | Gefahrenmechanismus | Schutzmassnahme | Wirkprinzip |
|---|---|---|---|---|
| Abhängiges Auge | Auge Weichteile | Direkter Kontakt mit Kopfpolster, Maske, Leitung oder anderem Lagerungsmaterial. | Auge konsequent druckfrei halten und nach endgültiger Kopfposition visuell kontrollieren. | Verhindert direkte mechanische Augenkompression. |
| Abhängiges Ohr | Haut Knorpel | Ohr wird gefaltet, abgeknickt oder zwischen Kopf und Polster komprimiert. | Ohr vollständig entfalten und druckfrei positionieren. | Reduziert fokale Druckbelastung von Haut und Knorpel. |
| Kopf / HWS | Gelenke Muskeln Nerven | Zu hohe oder zu niedrige Kopfauflage mit Seitneigung, Rotation oder Flexion/Extension. | Kopfauflage individuell anpassen und HWS möglichst achsgerecht positionieren. | Reduziert Gelenkbelastung, Muskelspannung und unnötigen Nervenzug. |
| Abhängige Schulter | Haut Weichteile Schultergelenk | Hoher lokaler Druck durch Körpergewicht auf Schultergürtel und lateralen Thorax. | Schulterdruck durch geeignete Thoraxunterstützung und flächige Druckverteilung reduzieren. | Ein Teil des Körpergewichts wird vom Schultergürtel weg auf den Thorax übertragen. |
| Plexus brachialis | Nerv | Kompression im abhängigen Schulter-/Axillabereich oder Traktion durch ungünstige Arm-, Schulter- oder Kopfposition. | Schulter entlasten, Thoraxrolle korrekt positionieren, Kopf/HWS ausrichten und beide Arme vollständig unterstützen. | Reduziert sowohl Kompression als auch Zug auf den Plexus brachialis. |
| Axillaregion | Plexus brachialis Gefässe | Direkter Druck durch falsch platzierte Thoraxrolle, Stütze oder Körpergewicht. | Rolle nicht direkt in die Axilla, sondern unter die abhängige obere Thoraxhälfte kaudal der Axilla legen. | Entlastet die Schulter, ohne die Axilla direkt zu komprimieren. |
| Abhängiger Oberarm | N. radialis Weichteile | Fokaler Druck gegen Tischkante, Seitenschiene oder Armauflage. | Oberarm vollständig, weich und druckfrei unterstützen. | Reduziert lokale Weichteil- und Nervenkompression. |
| Ellenbogen | N. ulnaris Haut | Direkter Druck auf den medialen Ellenbogen oder eine harte Kante. | Ellenbogen grossflächig polstern und extreme Gelenkstellung vermeiden. | Reduziert lokale Kompression des oberflächlich verlaufenden N. ulnaris. |
| Nichtabhängiger Arm | Plexus brachialis Schultergelenk | Freies Herabhängen, übermässige Abduktion oder Zug durch ungeeignete Unterstützung. | Arm vollständig auf eigener Unterstützung lagern und Schulterabduktion begrenzen. | Reduziert Eigengewicht, Schulterzug und Plexusspannung. |
| Lateraler Thorax | Haut Weichteile Thoraxbewegung | Körpergewicht, harte Seitenstützen oder zu enge Fixierung. | Grossflächig unterstützen und Gurte/Stützen nicht einschnürend positionieren. | Reduziert Druckspitzen und unnötige Einschränkung der Thoraxbewegung. |
| Crista iliaca | Haut Weichteile | Direkter Druck auf eine prominente knöcherne Struktur. | Becken breit und druckverteilend unterstützen. | Grössere Auflagefläche reduziert lokalen Gewebedruck. |
| Trochanter major | Haut Weichteile | Hoher lateraler Auflagedruck bei langer Operationsdauer. | Druckverteilende Unterlage und korrekte Beckenposition verwenden. | Reduziert kontinuierliche fokale Druckbelastung. |
| Hüfte / Beckenachse | Gelenke Muskeln | Torsion, starke Rotation oder Absinken des oberen Beins. | Oberes Bein unterstützen und Becken möglichst achsgerecht halten. | Reduziert Torsion von Hüftgelenk, Becken und LWS. |
| Knie | Haut Weichteile | Direkter Kontakt der medialen beziehungsweise lateralen knöchernen Strukturen. | Polster zwischen den Beinen so positionieren, dass Knie nicht direkt aufeinander liegen. | Trennt knöcherne Prominenzen und verteilt den Druck. |
| Fibulaköpfchen | N. fibularis communis | Fokaler seitlicher Druck durch Tisch, Gegenbein, Kissenrand oder andere Lagerungshilfe. | Fibulaköpfchen vollständig frei von fokalem Druck halten. Beinkissen ausreichend grossflächig positionieren. | Verhindert direkte Kompression des dort oberflächlich verlaufenden Nervs. |
| Malleolen | Haut Weichteile | Direkter Kontakt beider Knöchel oder Kontakt mit harter Unterlage. | Malleolen voneinander trennen und druckarm unterstützen. | Vermeidet fokalen Druck über kleinen knöchernen Prominenzen. |
| Fersen | Haut Weichteile | Lokaler Druck durch Tisch oder Gegenbein. | Fersen und Calcaneus druckarm beziehungsweise je nach Position druckfrei lagern. | Reduziert kontinuierliche lokale Belastung. |
| Gurte / Seitenstützen | Haut Nerven Gefässe | Fokaler Druck, Einschnürung oder Verschiebung nach Tischbewegung. | Breit, gepolstert und nur so fest wie erforderlich verwenden. Nach Tischbewegung erneut kontrollieren. | Erhält Stabilität bei möglichst geringer lokaler Kompression. |
Positionswechsel verändert Ventilation und Perfusion
Die Seitenlage verändert die gravitationsabhängige Verteilung von Ventilation und Perfusion. Unter Allgemeinanästhesie können sich diese Verhältnisse zusätzlich verändern. Gleichzeitig können Schulter-, Axilla-, Arm- oder Thoraxkompression die lokale Perfusion beeinträchtigen. Die klinische Beurteilung von Beatmung und Hämodynamik liegt im Verantwortungsbereich der Anästhesie.
Wann wird Seitenlage im OP verwendet?
Die Seitenlage wird eingesetzt, wenn ein lateraler, dorsolateraler oder flankennaher Zugang erforderlich ist. Die konkrete Ausführung richtet sich nach Fachgebiet und Operation.
OPHION Seitenlage-Check
Die endgültige Kontrolle erfolgt erst nach kompletter Rotation, Stabilisierung und endgültiger Arm-/Beinposition. Nach relevanter Tischbewegung, Neigung oder Veränderung der Fixierung werden betroffene Kontaktstellen erneut geprüft.
OPHION-Merksatz
Rückenlage
→ kontrolliert rotieren
→ Kopf/HWS ausrichten
→ Auge + Ohr druckfrei
→ abhängige Schulter entlasten
→ Thoraxrolle kaudal der Axilla
→ beide Arme vollständig unterstützen
→ Thorax + Becken stabilisieren
→ Beine unterstützen
→ Knie + Fibulaköpfchen + Malleolen trennen
→ Fixierung prüfen
→ Ganzkörperkontrolle
→ OP-Zugang
Der Kern der Seitenlage ist nicht nur:
„Patient liegt auf der Seite“
,
sondern:
eine stabile laterale Körperposition
mit achsgerechter HWS,
druckfreier Kopf-/Gesichtslagerung,
Entlastung der abhängigen Schulter,
Schutz des Plexus brachialis
und konsequenter Druckverteilung
entlang der gesamten abhängigen Körperseite.
Weiterbildung, OP-Praxis und Fachliteratur
Die Inhalte von OPHION entstehen aus der Verbindung von fachlicher Weiterbildung, mehrjähriger intensiver praktischer Erfahrung in der Operationslagerung und der kontinuierlichen Auswertung einschlägiger Fachliteratur.
Häufige Fragen zur Seitenlage im OP
Was ist die Seitenlage im OP?
Bei der Seitenlage liegt der Patient auf einer Körperseite. Die vollständige Seitenlage entspricht typischerweise einer annähernd 90° lateralen Position. Der tatsächliche Rotationsgrad richtet sich nach Patient und Eingriff.
Welche Strukturen sind in Seitenlage besonders gefährdet?
Besonders kontrolliert werden abhängiges Auge und Ohr, HWS, Schulter und Plexus brachialis, Axillaregion, Ellenbogen, lateraler Thorax, Crista iliaca, Trochanter major, Knie, Fibulaköpfchen und Malleolen.
Wie liegt der untere Arm?
Der abhängige Arm wird üblicherweise ventral vor dem Körper auf einer gepolsterten Armauflage unterstützt. Er darf nicht unter Thorax oder Körper eingeklemmt sein. Schulterabduktion, Ellenbogenstellung und lokale Druckpunkte müssen kontrolliert werden.
Wie liegt der obere Arm?
Der obere Arm wird vollständig auf einer geeigneten Unterstützung gelagert. Freies Herabhängen, übermässige Abduktion und unnötiger Schulterzug sollen vermieden werden.
Warum ist der Plexus brachialis in Seitenlage relevant?
Der abhängige Plexus kann durch Druck im Schulter-/Axillabereich belastet werden. Zusätzlich kann eine ungünstige Kopf-, Schulter- oder Armposition Traktion erzeugen. Deshalb werden Schulter, Thoraxrolle, Kopfposition und beide Arme gemeinsam beurteilt.
Wo gehört die Thorax- oder Axillarrolle hin?
Nicht direkt in die Axilla. Wenn eine solche Unterstützung erforderlich ist, wird sie unter der abhängigen oberen Thoraxhälfte kaudal der Axilla positioniert. Ziel ist die Entlastung der abhängigen Schulter, ohne Plexus und axilläre Gefässstrukturen direkt zu komprimieren.
Warum muss das abhängige Auge kontrolliert werden?
In Seitenlage kann das abhängige Auge direkten Kontakt mit Kopfpolster, Maske, Leitungen oder Lagerungsmaterial bekommen. Direkter Druck auf das Auge muss deshalb konsequent ausgeschlossen werden.
Warum ist das Fibulaköpfchen relevant?
Der N. fibularis communis verläuft im Bereich des Fibulaköpfchens sehr oberflächlich. Seitlicher Druck durch Unterlage, Gegenbein oder Lagerungshilfe kann den Nerv komprimieren.
Müssen beide Beine in Seitenlage gebeugt sein?
Nein, nicht zwingend in identischer Stellung. Das abhängige Bein wird häufig leicht flektiert. Die genaue Position des oberen Beins richtet sich nach Patient und Eingriff. Entscheidend sind vollständige Unterstützung, stabile Beinachse und druckfreie knöcherne Kontaktstellen.
Ist Seitenlage dasselbe wie Nierenlagerung?
Nein. Die Nierenlagerung ist eine modifizierte Seitenlage. Zusätzliche Tischflexion, Lagerungshilfen oder andere Veränderungen dienen dabei der Darstellung der Flanken- beziehungsweise Nierenregion.
Muss die Seitenlage intraoperativ erneut kontrolliert werden?
Ja. Bei längeren Eingriffen sowie nach Tischbewegungen oder Veränderungen der Lagerung müssen relevante Druckpunkte, Extremitäten, Fixierungen und neurovaskuläre Strukturen erneut beurteilt werden.
Was bedeutet der OPHION-Schutzalgorithmus?
ERKENNEN: gefährdete Struktur bestimmen. EINORDNEN: Belastungsmechanismus identifizieren. SCHÜTZEN: gezielte Lagerungsmassnahme wählen. KONTROLLIEREN: prüfen, ob die Schutzwirkung nach Umlagerung und im Verlauf erhalten bleibt.
Fachlicher Hinweis: Diese Seite vermittelt die Seitenlage als strukturierte, praxisorientierte Grundlogik. Die konkrete Durchführung richtet sich nach Patient, Operationsseite, Eingriff, Anästhesie, OP-Tisch, Lagerungshilfen, Herstellerangaben sowie den geltenden lokalen Standards und SOPs. Modifikationen wie Nierenlagerung, spezielle Thoraxlagerungen, Schultertraktion oder neurochirurgische Seitenpositionen erfordern zusätzliche eingriffsspezifische Massnahmen.
Weiterbildung, OP-Praxis und Fachliteratur
Die Inhalte von OPHION entstehen aus der Verbindung von fachlicher Weiterbildung, langjähriger praktischer Erfahrung in der Operationslagerung und der kontinuierlichen Auswertung einschlägiger Fachliteratur.
