






Ausgangsposition auf dem OP-Tisch
Rückenlage ist nicht gleich Rückenlage. Die Ausgangsposition wird an Patient, OP-Gebiet, Zugangsweg, Anästhesie, Bildgebung und technische Anforderungen angepasst.
Wo liegt das OP-Gebiet?
Kopf · Hals · Thorax
Bei Eingriffen in der Kopf-, Hals- oder Thoraxregion wird der Patient entsprechend der benötigten Arbeitszone eher kranial ausgerichtet.
Kopf und Atemweg bleiben soweit möglich gut für die Anästhesie erreichbar.Abdomen
Bei abdominalen Eingriffen bleibt der Patient möglichst in einer funktionellen Ausgangsposition und wird nur so weit verschoben, wie OP-Zugang und Technik es verlangen.
Bei C-Bogen oder anderer Bildgebung muss der benötigte Bewegungs- und Projektionsraum frei bleiben.Unterbauch · Becken · Beine
Bei Eingriffen an Unterbauch, Becken, Hüfte, Perineum oder unteren Extremitäten kann eine weiter kaudale Position erforderlich sein.
Gesäss und Sakrum müssen dabei sicher auf der Gesässplatte unterstützt bleiben.Wenn der Eingriff keine andere Position verlangt, bleibt der Kopf möglichst am Kopfende und für die Anästhesie gut erreichbar. Nach gesichertem Atemweg kann eine notwendige Umlagerung oder Verschiebung erfolgen.
Muss das OP-Gebiet näher an den Tischrand?
Benötigt der Eingriff einen seitlichen Zugang, wird die operative Körperregion möglichst nahe an den entsprechenden Tischrand gebracht – ohne die Stabilität oder Patientensicherheit zu beeinträchtigen.
„Gesäss am Ende der Gesässplatte“ bedeutet nicht, dass Sakrum oder Steissbein ungeschützt über einem Plattenübergang oder Spalt liegen dürfen. Die Auflage muss stabil und flächig bleiben.
C-Bogen und Bildgebung beeinflussen die Patientenposition
Bei bildgestützten Eingriffen wird die Ausgangsposition so gewählt, dass das relevante OP-Gebiet erreichbar bleibt und der C-Bogen genügend Bewegungs-, Projektions- und Arbeitsraum erhält. Das gilt beispielsweise bei abdominalen, Becken-, Hüft- und Extremitäteneingriffen.
Merksatz: Den Patienten nicht automatisch mittig lagern. Er wird nur so weit in Längs- oder Seitenrichtung verschoben, wie es OP-Zugang, Anästhesie, Bildgebung, Technik und Patientensicherheit tatsächlich erfordern.
Passende Lagerungsart wählen
Erst nachdem Patient, Eingriff, Zugang, Technik und Ausgangsposition geklärt sind, wird die geeignete OP-Lagerungsart gewählt.
Welche Lagerungsart erfüllt die Anforderungen?
RL
Rückenlage öffnen →
Rückenlage
Häufige Basislagerung – je nach OP-Gebiet und Zugang individuell angepasst.
FP
French Position öffnen →
French Position
Eingriffsabhängige Position für einen geeigneten abdominalen oder pelvinen Zugang.
SL
Seitenlage öffnen →
Seitenlage
Wenn das OP-Gebiet einen seitlichen Zugang benötigt.
SSL
Steinschnittlage öffnen →
Steinschnittlage
Wenn ein freier Zugang zu Becken, Unterbauch oder Perineum erforderlich ist.
BC
Beach Chair öffnen →
Beach-Chair-Lagerung
Vor allem für Schulterchirurgie und ausgewählte Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich.
BL
Bauchlage öffnen →
Bauchlage
Wenn ein dorsaler Zugang zum Operationsgebiet erforderlich ist.
EXT
Extensionslagerung öffnen →
Extensionslagerung
Wenn Traktion, Achse, OP-Zugang oder Bildgebung den Aufbau bestimmen.
SL+
Seitenlage öffnen →
Seitenlage mit Stützen
Zusätzliche Stabilisierung für einen definierten seitlichen Zugang.
HE
Lagerung öffnen →
Heidelberglagerung / Knie-Ellenbogen
Speziallagerung für klar definierte operative Anforderungen.
Auch innerhalb derselben Lagerungsart können sich Ausgangsposition, Tischkonfiguration, Lagerungshilfen, Sicherung und technische Anforderungen unterscheiden.
Patient, OP-Gebiet, Zugang, Anästhesie, Bildgebung und OP-Technik bestimmen gemeinsam die endgültige Ausführung.
Merksatz: Nicht die Lagerungsart bestimmt den Eingriff – der Eingriff bestimmt die Lagerungsart.
