OPHION · BASISWISSEN OP-LAGERUNG

Wärmeerhalt bei der OP-Lagerung

Wärmeerhalt bei der OP-Lagerung beginnt bereits vor dem OP-Saal und begleitet den Patienten durch den gesamten perioperativen Ablauf. Entscheidend sind frühe Prävention, möglichst geringe Exposition und Wärmemaßnahmen, die mit einer sicheren Patientenlagerung vereinbar bleiben.

01 warm übernehmen
→
02 Wärmeverlust begrenzen
→
03 Auskühlung vermeiden
GRUNDGEDANKE

Wärmeverlust möglichst verhindern – nicht erst später ausgleichen

Anästhesie, Eingriffsdauer, Exposition, Ausgangstemperatur und individuelle Patienteneigenschaften beeinflussen den perioperativen Wärmeverlust.

Für die OP-Lagerung bedeutet das vor allem: vorhandene Wärme erhalten, unnötige Exposition vermeiden und Wärmesysteme nur dann einsetzen, wenn sie die sichere Lagerung nicht beeinträchtigen.

01
PRÄOPERATIV

Wärmeerhalt vor dem OP-Saal

Patient möglichst warm in den perioperativen Ablauf übernehmen.

Wärmeerhalt vor dem OP-Saal mit Temperaturkontrolle, warmer Patientenübernahme und Prewarming
♨

Prewarming frühzeitig unterstützen

Ein Patient sollte möglichst nicht bereits ausgekühlt in den OP übernommen werden. Begonnene Wärmemaßnahmen sollten bei Transport, Übernahme und Vorbereitung nicht unnötig unterbrochen werden.

Temperatur beachten Ausgangstemperatur bei der Übernahme berücksichtigen.
Patient warm übernehmen Wärmeverlust bereits vor der Lagerung möglichst vermeiden.
Prewarming Frühzeitig unterstützen, sofern klinisch angezeigt.
02
INTRAOPERATIV

Wärmeerhalt während Lagerung und Operation

Exposition begrenzen und Wärmemaßnahmen sicher in die Lagerung integrieren.

Intraoperativer Wärmeerhalt bei der OP-Lagerung mit begrenzter Exposition und sicheren Wärmesystemen
◷
Exposition begrenzen

Nur die tatsächlich benötigten Körperregionen freilegen.

▰
Areale bedecken

Nicht betroffene Körperregionen möglichst geschützt halten.

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Kalte Flächen vermeiden

Unnötigen Kontakt mit kalten Unterlagen und Flächen reduzieren.

♨
Wärmesysteme nutzen

Wenn verfügbar, klinisch erforderlich und mit sicherer Lagerung vereinbar.

!
Lagerungssicherheit hat Vorrang

Bei komplexen oder extremen Lagerungen dürfen beheizte Unterlagen oder andere Wärmesysteme Stabilität, Rutschhemmung, Druckentlastung oder die sichere Position des Patienten nicht beeinträchtigen.

03
POSTOPERATIV

Wärmeerhalt bei Übergabe und Rücktransfer

Wärmeschutz endet nicht mit dem operativen Eingriff.

Postoperativer Wärmeerhalt bei Übergabe und Rücktransfer nach einer Operation
01 Wieder bedecken

Nicht mehr erforderliche Exposition rasch beenden.

02 Wärmeerhalt fortführen

Begonnene Wärmemaßnahmen beim Transfer nicht unnötig unterbrechen.

03 Übergabe mitdenken

Besondere Risiken und laufende Wärmemaßnahmen weitergeben.

04
TECHNIK & SICHERHEIT

Technische Faktoren des Wärmeerhalts

Eingriff, Wärmesysteme und Lagerungssicherheit gemeinsam betrachten.

Technische Faktoren des Wärmeerhalts mit Eingriffsart, Wärmesystemen, Lagerungssicherheit und Aufgaben der Anästhesie
1

Art des Eingriffs

Operationsgebiet, Eingriffsdauer und Größe der exponierten Körperfläche beeinflussen den Wärmeverlust.

Laparoskopisch meist kleinere äußere Exposition
↔
Offene OP häufig größere Exposition
2

Wärmesysteme

Wärmedecken, Warmluftsysteme oder geeignete beheizte Unterlagen können eingesetzt werden, wenn sie klinisch erforderlich und sicher verwendbar sind.

3

Technische Grenzen

Nicht jedes System eignet sich für jede Lagerung. Besonders bei extremen Positionen müssen Stabilität, Druckschutz und Rutschhemmung erhalten bleiben.

4

Aufgaben der Anästhesie

Temperaturmonitoring, erwärmte Infusions- oder Blutprodukte sowie die Steuerung aktiver Wärmetherapie liegen primär im anästhesiologischen Verantwortungsbereich.

Zielbereich ≥ 36,0 °C

Körpertemperatur im perioperativen Verlauf beachten

Eine Körperkerntemperatur unter 36,0 °C wird im perioperativen Kontext als Hypothermie betrachtet. Besteht bereits vor dem Eingriff eine Auskühlung, sollte sie bei nicht dringlichen Eingriffen möglichst bereits präoperativ adressiert werden.

OP-LAGERUNG

Was ist für die Lagerung relevant?

  • Exposition möglichst begrenzen
  • nicht betroffene Areale bedecken
  • Wärmesysteme bei der Positionierung berücksichtigen
  • sichere und stabile Lagerung gewährleisten
ANÄSTHESIE

Was liegt primär bei der Anästhesie?

  • Temperaturmonitoring
  • aktive Wärmetherapie
  • erwärmte Infusionen und Blutprodukte
  • klinische Bewertung des Temperaturverlaufs
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MERKSATZ Wärmeerhalt unterstützen – aber nur, wenn er mit einer sicheren OP-Lagerung vereinbar ist.
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