Wärmeerhalt bei der OP-Lagerung
Wärmeerhalt bei der OP-Lagerung beginnt bereits vor dem OP-Saal und begleitet den Patienten durch den gesamten perioperativen Ablauf. Entscheidend sind frühe Prävention, möglichst geringe Exposition und Wärmemaßnahmen, die mit einer sicheren Patientenlagerung vereinbar bleiben.
Wärmeverlust möglichst verhindern – nicht erst später ausgleichen
Anästhesie, Eingriffsdauer, Exposition, Ausgangstemperatur und individuelle Patienteneigenschaften beeinflussen den perioperativen Wärmeverlust.
Für die OP-Lagerung bedeutet das vor allem: vorhandene Wärme erhalten, unnötige Exposition vermeiden und Wärmesysteme nur dann einsetzen, wenn sie die sichere Lagerung nicht beeinträchtigen.
Wärmeerhalt vor dem OP-Saal
Patient möglichst warm in den perioperativen Ablauf übernehmen.
Prewarming frühzeitig unterstützen
Ein Patient sollte möglichst nicht bereits ausgekühlt in den OP übernommen werden. Begonnene Wärmemaßnahmen sollten bei Transport, Übernahme und Vorbereitung nicht unnötig unterbrochen werden.
Wärmeerhalt während Lagerung und Operation
Exposition begrenzen und Wärmemaßnahmen sicher in die Lagerung integrieren.
Nur die tatsächlich benötigten Körperregionen freilegen.
Nicht betroffene Körperregionen möglichst geschützt halten.
Unnötigen Kontakt mit kalten Unterlagen und Flächen reduzieren.
Wenn verfügbar, klinisch erforderlich und mit sicherer Lagerung vereinbar.
Bei komplexen oder extremen Lagerungen dürfen beheizte Unterlagen oder andere Wärmesysteme Stabilität, Rutschhemmung, Druckentlastung oder die sichere Position des Patienten nicht beeinträchtigen.
Wärmeerhalt bei Übergabe und Rücktransfer
Wärmeschutz endet nicht mit dem operativen Eingriff.
Nicht mehr erforderliche Exposition rasch beenden.
Begonnene Wärmemaßnahmen beim Transfer nicht unnötig unterbrechen.
Besondere Risiken und laufende Wärmemaßnahmen weitergeben.
Technische Faktoren des Wärmeerhalts
Eingriff, Wärmesysteme und Lagerungssicherheit gemeinsam betrachten.
Art des Eingriffs
Operationsgebiet, Eingriffsdauer und Größe der exponierten Körperfläche beeinflussen den Wärmeverlust.
Wärmesysteme
Wärmedecken, Warmluftsysteme oder geeignete beheizte Unterlagen können eingesetzt werden, wenn sie klinisch erforderlich und sicher verwendbar sind.
Technische Grenzen
Nicht jedes System eignet sich für jede Lagerung. Besonders bei extremen Positionen müssen Stabilität, Druckschutz und Rutschhemmung erhalten bleiben.
Aufgaben der Anästhesie
Temperaturmonitoring, erwärmte Infusions- oder Blutprodukte sowie die Steuerung aktiver Wärmetherapie liegen primär im anästhesiologischen Verantwortungsbereich.
Körpertemperatur im perioperativen Verlauf beachten
Eine Körperkerntemperatur unter 36,0 °C wird im perioperativen Kontext als Hypothermie betrachtet. Besteht bereits vor dem Eingriff eine Auskühlung, sollte sie bei nicht dringlichen Eingriffen möglichst bereits präoperativ adressiert werden.
Was ist für die Lagerung relevant?
- Exposition möglichst begrenzen
- nicht betroffene Areale bedecken
- Wärmesysteme bei der Positionierung berücksichtigen
- sichere und stabile Lagerung gewährleisten
Was liegt primär bei der Anästhesie?
- Temperaturmonitoring
- aktive Wärmetherapie
- erwärmte Infusionen und Blutprodukte
- klinische Bewertung des Temperaturverlaufs
